- Das Leben für Christen im Irak wird
immer gefährlicher. Jüngsten Berichten zufolge durchstreifen
Extremisten die Stadt Mosul und richten Menschen, deren Ausweis den
Eintrag „Christ" enthält, auf der Stelle durch einen
Kopfschuss hin. „Für solche extremen Notfälle brauchen wir -
zusätzliche zu unserem bestehenden Asyl-Programm - ein
Resettlement-Programm, mit dem wir besonders Schutzbedürftige
schnell und unkompliziert aus ihrem Land in befreien können, um
ihnen ein Leben in Sicherheit und Freiheit zu ermöglichen", so
Christine Kamm.
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- Nach Auffassung der Grünen
Politikerin sollte die Bundesdeutsche Politik wieder mehr
Verantwortung für Flüchtlinge übernehmen. Bei dem
Resettlement-Programm handelt es sich um ein bereits in den USA,
Kanada und den skandinavischen Ländern erprobtes Verfahren, das
besonders schutzbedürftigen Menschen schnell und unbürokratisch
hilft. Dazu gehören kranke und ältere Menschen, vergewaltigte oder
von Vergewaltigung bedrohte Frauen, Kinder und natürlich die im
Irak gejagten Christen. In einem festgelegten Verfahren werden
besonders bedrohte Flüchtlinge vom Hohen Flüchtlingskommissariat
der Vereinten Nationen vermittelt. In dem Aufnahmeland sollen die
Flüchtlinge neu angesiedelt werden und eine sichere
Zukunftsperspektive erhalten.
Friedensstadt
Augsburg: Signal setzen
- Angesichts der schrecklichen Not, in
der sich die Christen im Irak befinden, appelliert Christine Kamm an
die Stadt Augsburg und den Freistaat Bayern jetzt schnell zu handeln
und klar zu signalisieren: Bayern und Augsburg sind bereit,
irakische Christen aufzunehmen, die sich in einer besonderen Notlage
befinden.
Resettlement:
Finanzierung mit EU-Geldern
Auf politischer und finanzieller Ebene
ließe sich das Resettlement-Programm mit Hilfe von
EU-Fördergeldern realisieren. Nachdem im Mai 2007 das
europäischeParlament und der europäische Rat beschlossen haben,
die Aufnahme von Flüchtlingen zu einer Priorität der europäischen
Asylpolitik zu erklären, besteht nunmehr die Möglichkeit, im
Rahmen des europäischen Flüchtlingsfonds Fördergelder zu
beantragen. Zudem werden durch die sinkende Anzahl von Asylbewerbern
weitere finanzielle Mittel frei, die im Rahmen eines
Resettlement-Programms der Flüchtlingshilfe zugute kommen können.
Christine Kamm bittet die Innenminister der Bundesländer,
politischen Willen zu zeigen und einem Resettlement-Programm auch in
Deutschland zuzustimmen.